Wochenbett – Was muss man wissen

Das Wochenbett ist nach der Geburt eines Kindes eine wichtige Zeit. Es wird auch als Kindbett bezeichnet. Während dieser Zeit sollten sich Mutter und Kind von den Strapazen der Geburt erholen. Gleichzeitig soll die Bindung zum Kind aufgebaut und gefestigt werden.

Ruhezeiten im Wochenbett

Nach einer Geburt ist es ratsam, dass sich die Mutter viel auf die Couch oder ins Bett legt. Nur so können die Wunden der Geburt wie zum Beispiel Scheiden- oder Dammverletzungen richtig abheilen. Die Mutter und der Vater werden von Glücksgefühlen überschüttet. Oftmals kommen aber auch Unsicherheit und Ängste dazu. Besonders beim ersten Kind haben viele Eltern Angst, der neuen Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Sie möchten alles richtig machen und dem Kind den besten Weg ebnen.

Das Wochenbett genießen

Durch das Kind wird der Schlafrhythmus der Eltern ordentlich durcheinandergebracht. Daher ist es in den ersten Wochen wichtig, dass sich auch die stillende Mutter viel ausruht. Der Vater kann ihr nachts beistehen, aber beim Stillen nicht aktiv helfen. Aus diesem Grund sollte besonders darauf geachtet werden, dass die Mutter sich immer dann ausruht, wenn das Neugeborene schläft. Ihr Körper hat während den letzten Monaten ganze Arbeit geleistet. Geburten sind ebenfalls sehr anstrengend und verlangen der Mutter viel ab. Umso wichtiger ist es, dass sie nach der Geburt etwas zur Ruhe kommt. Durch die Hormonumstellung kann es zu starken Schwitzattacken kommen. Das ist normal und wird sich von selbst wieder einstellen.

In den ersten Wochen leiden Frauen unter einem starken Wochenfluss. Es sollten daher ausreichend Vorlagen oder Binden gekauft werden, die regelmäßig gewechselt werden müssen. Viele Frauen setzen sich nach der Geburt unter Druck. Sie möchten sofort wieder perfekt funktionieren und auch der Körper soll wieder schlank und attraktiv sein. Dabei sollten Frauen ihrem Körper sechs bis acht Wochen Zeit geben, sich nach der Geburt zu erholen. Das Wochenbett dient auch als Kuschelzeit und zur Eingewöhnung. Es gibt keinen festen Termin, wie lange es dauern sollte.

Was sollte im Wochenbett beachtet werden?

Die Hygiene spielt nach der Geburt eine große Rolle. Nach der Geburt löst sich die Plazenta in der Gebärmutter ab. Dadurch entsteht eine großflächige Wunde im Bauch. Der Wochenfluss fließt, bis diese Wunde komplett abgeheilt ist. Nach der Geburt ist in den ersten Tagen die Blutung sehr stark. Teilweise enthält sie auch einige Klümpchen. Danach wird der Wochenfluss etwas heller und sollte nach sechs Wochen vollständig versiegen. Während dieser Zeit ist Hygiene sehr wichtig. Anstatt zu Baden sollte die frischgewordene Mama besser Duschen. Dadurch wird verhindert, dass die Bakterien an die Brust gelangen, an der das Kind gestillt wird. In den ersten Wochen sollte sogar auf die Nutzung von Duschgel verzichtet werden. Der Wochenfluss sollte immer durch spezielle Vorlagen aufgefangen werden. Damit sich keine Keime bilden, müssen die Vorlagen regelmäßig gewechselt werden. Die Wochenbett-Box ist dafür optimal.

Wenn sich die Mutter nicht ausreichend schont, kann es passieren, dass es zu einem Wochenflussstau kommt. Das hat zur Folge, dass sich die Gebärmutter nicht zurückbildet, wie sie eigentlich sollte. Sollte der Wochenfluss plötzlich aufhören und die Mutter unter Bauch- und Rückenschmerzen leiden, sollte umgehend der Arzt aufgesucht werden. Häufig lässt sich der Stau des Wochenfluss durch Sitzbäder und Massagen lösen. Sollte der Wochenflussstau unerkannt bleiben, kann sich eine Entzündung in der Gebärmutter bilden und ein Kindbettfieber auslösen. Die Hebamme oder der Frauenarzt tasten in den ersten Wochen den Bauch ab und überprüfen dadurch, ob sich die Gebärmutter wie gewünscht zurückbildet. Sie können frühzeitig erkennen, wenn ein Wochenflussstau droht.

Schmerzhafte Nachwehen

Die Gebärmutter zieht sich nach der Geburt immer wieder leicht zusammen. Viele Frauen spüren das kaum. Frauen, die bereits mehrere Kinder bekommen haben, spüren diesen Schmerz viel deutlicher. Die Gebärmutter zieht sich auch immer dann zusammen, wenn die Frauen das Kind zum Stillen anlegt. Nach einigen Tagen klingen diese schmerzhaften Nachwehen ab. Dieses natürliche Vorgehen ist ein zusätzlicher Grund, warum sich Frauen nach der Geburt ausruhen sollten. Schmerzen und Komplikationen können durch ein häufiges Liegen vermieden werden.

Schmerzen nach einem Kaiserschnitt

Während Frauen, die ihr Kind auf eine natürliche Art und Weise bekommen haben, fühlen sich in den meisten Fällen nach der Geburt schnell wieder fit. Anders sieht es aus, wenn das Kind per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen ist. Die Narbe am Bauch benötigt eine besondere Pflege. Nach einem Kaiserschnitt sollten Mütter ganz besonders darauf achten, sich nicht zu viel zuzumuten. Sie dürfen nichts Schweres heben, sondern sollten sich so oft es geht hinlegen.

Für ausreichend Ruhezeiten sorgen

Viele Gebärende leiden nach der Geburt unter Rissen am Muttermund, in der Scheide oder am Damm. Auch diese Verletzungen sollten ausreichend gepflegt werden. Inzwischen hat sich die Nahttechnik so verändert, dass meistens keine großen Spannungen mehr auf den Dammbereich lasten können. Trotzdem kann es zu Schmerzen beim Sitzen kommen. Viele Gebärende empfinden Kälte als sehr angenehm. Je nach Art der Verletzung können auch Lüften, Salben oder Sitzbäder mit Kamilletee oder Arnikalösung helfen. Dadurch können Infektionen vermieden werden.

Beckenbodengymnastik nicht vergessen

Mütter, die sich nach einer Geburt übernehmen, merken das schnell durch Schmerzen im Beckenboden. Sie sollten daher viel Zeit auf der Couch oder im Bett verbringen. Dadurch wird die geschwächte Muskulatur des Beckens optimal entlastet. Frauen sollten allgemein nach einer Geburt nichts Schweres heben. Die Grenze liegt bei sechs Kilo. Hierbei kommt es aber auf die Art der Geburt an. Frauen sollten nach einem Kaiserschnitt noch weniger heben. Sollte es sich trotzdem nicht verhindern, dass etwas hochgehoben werden muss, sollte der Beckenboden angespannt und der Bauch angezogen werden. Nach zwei bis drei Wochen sollte mit den Beckenbodenübungen begonnen werden. Die ersten Übungen können im Wochenbett im Liegen gestartet werden. Erst nach vier bis sechs Wochen ist es ratsam, dass mit dem Rückbildungskurs begonnen wird.

Wassereinlagerungen in den Beinen

In den letzten Wochen der Schwangerschaft lagert sich bei den meisten Frauen viel Wasser ein. Bis sich das Wasser zurückbildet, kann es einige Tage dauern. Damit dieser natürliche Vorgang beschleunigt wird, sollten die Beine häufig hoch gelagert werden. Auf andere entwässernde Maßnahmen sollten Frauen verzichten. Ansonsten könnten wichtige Stoffe aus dem Körper ausgeschwemmt werden wie beispielsweise Elektrolyte. Nach spätestens fünf Wochen sollte die Wassereinlagerung verschwunden sein.